Entwurmungen

Empfehlungen zur Entwurmung von Hunden und Katzen laut ESCCAP (european scientific counsel companion animal parasites)

Die ESCCAP ist eine unabhängige, europäische, veterinärparasitologische Organisation, welche sich verpflichtet unabhängige, fachlich fundierte und verständliche Informationen zu Parasiten bei Hunden und Katzen zu veröffentlichen.

• Hundewelpen sollten beginnend im Alter von 2 Wochen mit einem geeigneten Wurmmitteln behandelt werden (siehe Vetidata-Liste auf www.esccap.de). Anschließend wird die Behandlung in 2-wöchigen Abständen bis 2 Wochen nach dem Absetzen wiederholt.

• Katzenwelpen sollten bei vorliegendem Toxocara-Befall der Kätzin beginnend im Alter von 3 Wochen mit einem geeigneten Anthelminthikum behandelt werden (siehe Vetidata-
Liste auf www.esccap.de). Nach bisher vorliegenden Erfahrungen empfiehlt sich auch hier die fortlaufende Behandlung in 2-wöchigen Abständen bis 2 Wochen nach dem Absetzen.

• Säugende Hündinnen und Katzen sollten gleichzeitig mit der ersten Behandlung ihrer Nachkommen behandelt werden, da sie parallel zu ihren Welpen patente Infektionen
entwickeln können.

• Für adulte Hunde und Katzen stellt ESCCAP (european scientific counsel companion animal parasites) folgendes fest:

• Über eine mindestens erforderliche Anzahl an Entwurmungen unter unterschiedlichen epidemiologischen Bedingungen stehen derzeit keine gesicherten Daten zur Verfügung.
Ein- oder zweimalige Behandlungen pro Jahr haben jedoch in epidemiologischen Studien innerhalb der untersuchten Populationen im Durchschnitt keine ausreichende
Wirkung gezeigt.

• Gesichert ist, dass mit einer monatlichen Entwurmung eine Patenz von Toxocara spp. weitgehend ausgeschlossen werden kann, da die Präpatenz bei Toxocara spp. etwas
über 4 Wochen liegt. Eine monatliche Entwurmung kann daher in Einzelfällen – bei hohem Infektionsrisiko (zahlreiche Infektionsmöglichkeiten, regelmäßig unbeaufsichtigter
Auslauf) und engem Kontakt in Familien mit Kleinkindern – angezeigt sein.
• Eine monatliche Entwurmung kann aus diesem Wissen heraus jedoch nicht pauschal empfohlen werden. Vielmehr gilt es, für jedes Tier eine individuelle Risikobewertung
vorzunehmen und anhand derer individuelle Entwurmungsfrequenzen festzulegen (siehe Kapitel I und Tabellen 2 und 4).

• Der exakte individuelle Infektionsstatus und Erfolg der Behandlungen können nur über Kotuntersuchungen ermittelt werden, ohne Diagnostik lassen sich die individuelle
Situation eines Tieres und die daraus resultierende empfohlene Entwurmungsfrequenz lediglich schätzen.

• Ist die Stärke des Infektionsrisikos unbekannt, ohne dass Infektionen grundsätzlich ausgeschlossen werden können oder diagnostische Untersuchungen eine Parasitenfreiheit
belegt haben, sind mindestens 4 Behandlungen pro Jahr zu empfehlen.

• Alternativ zur oben genannten Entwurmung können in entsprechenden Intervallen Kotuntersuchungen vorgenommen werden. Allerdings mit der Einschränkung, dass damit
nicht sicher verhindert werden kann, dass bis zu einer Diagnose (zwischen den Untersuchungen) über mehrere Wochen infektiöse Eier ausgeschieden werden.





Wurmspezies Präpatenz Patenz Infektiöse Stadien und Infektionsweg (Übertragung)

Geografische Verbreitung in Europa

Endwirte



INTESTINALE WÜRMER (MAGEN-/DARMWÜRMER)
Spulwürmer oder Askariden

Toxocara canis Variabel, im typischen

Fall 21 Tage nach pränataler Infektion;
27 – 35 Tage nach laktogener Infektion;
32 – 56 Tage nach oraler Aufnahme der Eier 4 – 6 Monate außer in Fällen,
in denen individuelle Immunität eine Rolle spielt,
z.B. bei Hundewelpen embryonierte Eier im Boden, Larven in der Milch oder in
paratenischen Wirten, in utero über das Muttertier

ubiquitär Hunde und Füchse

Toxascaris leonina

etwa 8 Wochen 4 – 6 Monate Embryonierte Eier im Boden,
Larven in paratenischen Wirten

ubiquitär Hunde und Katzen

Hakenwürmer

Uncinaria
stenocephala

2 – 3 Wochen Kann abhängig vom Immunstatus verlängert sein,
Stadium-III-Larven in der Umwelt (Boden, Gras), orale Infektion, perkutane Infektion

Vorwiegend Mittel- und Nordeuropa

Hunde und Füchse (Katzen)

Ancylostoma caninum

2 – 3 Wochen Kann abhängig vom Immunstatus verlängert sein (7 Monate bis 2 Jahre)
Stadium-III-Larven in der Umwelt, Larven in der Milch der Hündin, in paratenischen
Wirten

Vorwiegend Südeuropa, sporadisch Nordeuropa

Hunde und Füchse

Zwergfadenwurm

Strongyloides stercoralis

Variabel, ab 9 Tagen bis mehrere Monate (3 – 15 Monate) Stadium-III-Larven in der Umwelt,
perkutane Infektion

ubiquitär Hunde (Menschen und Katzen)

Peitschenwurm

Trichuris vulpis

mindestens 9 – 10 Wochen bis zu 18 Monate embryonierte Eier in der Umwelt

ubiquitär Hunde





Bandwürmer

Taenia spp.

4 – 10 Wochen Monate bis mehrere Jahre Larvenstadien in Zwischenwirten

ubiquitär Hunde und Füchse (Katzen)

Mesocestoides spp.

ca. 3 Wochen Mehrere Jahre Larvenstadien im Fleisch oder Gewebe von
Beutetieren

ubiquitär Hunde, Katzen und Füchse

Dipylidium caninum

3 Wochen Mehrere Monate Larvenstadien in Flöhen oder Läusen

ubiquitär Hunde und Katzen

Echinococcus granulosus*

45 Tage mehrere Monate Larvenstadien in Zwischenwirten (Omnivoren)

ubiquitär Hunde (Füchse)

Echinococcus multilocularis

28 Tage Mehrere Monate Larvenstadien in Zwischenwirten (Nager)

ubiquitär Füchse, Hunde, Marderhunde (Katzen)
* Es gibt verschiedene Stämme: oviner und boviner Stamm = E. ortleppi, equiner Stamm
= E. equinus, porcine, cervide und andere Stämme