Übereiweißung beim Hund - Gicht

Eiweißüberfütterung erzeugt häufig Gicht bei Hunden

In einem Zeitraum von 4 Jahren wurden bei Untersuchungen von Nativblutproben im Dunkelfeldmikroskop bei 98 von insgesamt 130 Hunden ( 75 % ) im Verlauf von 2 Jahren typische Hinweise für eine Übereiweißung des Stoffwechsels gefunden. Dieses Krankheitsbild lässt sich identifizieren in Form hochgradig verdickter Erythrozytenwände , aus denen sich typische Uratkristalle ( rhomboide Kristalle) im nativen Blut bilden, welche sofort bzw. bis 24 Stunden nach Entnahme des Blutstropfens gefunden werden können (bei klinisch unauffälligen Hunden auch später).

Gicht - Lahmheit, Gelenkschmerzen, Hautirritationen

Folgende klinische Symptome traten auf:Bei 48 Hunden ( 37 % ) war der Anlass der Vorstellung in der Praxis schmerzhafte Bewegungsstörungen, Nachhandschwächen, Bewegungsunlust, „rheumatoide Störungen“, die klinisch keiner plausiblen anderen Ursache zuzuordnen waren. 20 Hunde ( 15,4 % ) wurden wegen Dermatitiden – Juckreiz, Hautrötung, hot spot vorgestellt, ohne dass parasitäre oder andere Ursachen festgestellt wurden.

28 Hunde ( 21,5 % ) waren klinisch unauffällig (Alterscheck) oder hatten andere Erkrankungen.
Die Erscheinungen waren nicht geschlechts- oder rassegebunden.

Vorberichtlich wurden die Hunde mit handelsüblichem Fertigfutter ernährt. Zusätzlich erhielten sie „Leckerli“ als Belohnung – Kaustangen und -knochen, häufig Fleisch, Wurst, Pansen oder Eier.
Nach Diagnosestellung - Gicht - wurde mit den Besitzern ein ausführliches Beratungsgespräch über die Fütterungsgewohnheiten geführt.

Anschließende Fütterungsempfehlung leiten sich aus Erkenntnissen ganzheitlich arbeitender Humanmediziner bzw. Heilpraktiker ab und beruht auf der Schlussfolgerung, dass Menschen und Tiere in unserer Gesellschaft zu viel tierisches Eiweiß mit der täglichen Nahrung aufnehmen.

Die Therapie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen :

Medizinischer Behandlung und Fütterungsumstellung.

Erste Maßnahmen waren für 14 Tage Halbierung der Fertigfutterration oder Ersatz und Ergänzung der Ernährung mit gekochten Kartoffeln oder Nudeln ohne Ei. Jegliche zusätzliche proteinreiche Zufütterung wurde untersagt. Als „Leckerli“ sind Knäckebrot, normales Brot, evtl. Zwieback erlaubt. Reifes Obst in jeder Form, gedünstetes Gemüse als Zusatz zu den Kartoffeln wirken sich günstig aus. Langfristig wurde auf eiweißreduzierte Fütterung, z.B. mit einem vegetarischen Alleinfutter orientiert.

Als medizinische Therapie wurde mit homotoxikologischen bzw. homöopathischen Arzneien der Zellstoffwechsel und die Ausleitung von im Interstitium abgelagerten Stoffen über die Leber und Niere angeregt (Ubichinon c.,Coenzyme c., Hepar compos., Berberis, Solidago, bei Hautpatienten Cutis c.).

Die Applikation isopathischer Arzneimittel wie Vetokehl SUB D4, Vetokehl NIG D 5, Sanuvis als Injektion hat direkten Einfluss auf alle Erkrankungen des paratuberkulösen Formenkreises des Skelettsystems und des Immunsystems. Alkala N Pulver über das Futter bewirkt eine schnelle Umstimmung des inneren Milieus und ist die Voraussetzung für eine schnelle klinische Besserung. Dabei wurden die Tierbesitzer angehalten, dass die Tiere viel trinken sollen.

Nach dieser Behandlung berichteten Besitzer, dass einige Tiere binnen weniger Stunden nach der Injektion deutlich lebhafter waren und Bewegung verlangten.

Nach wenigen Tagen war die Mehrzahl der Tiere klinisch deutlich besser, gekenn-zeichnet durch weniger Schmerzen und Stabilität der Hinterbeine beim Laufen.

Im Vergleich zu einer schulmedizinischen Behandlung kamen keine NSAIDs bzw. andere Entzündungshemmer oder Schmerzmittel zum Einsatz.

Ausschließlich die Anregung der körpereigenen Ausscheidungsmechanismen, die isopathische Therapie und die Fütterungsumstellung bewirkten eine sehr schnelle klinische Besserung.

Einzelne Hunde wurden nach einem halben Jahr wieder mit Lahmheit vorgestellt. Die Besitzer berichteten sofort, „ wir haben gesündigt“ - beim Grillen bzw. der Hund hat wieder Katzenfutter gefressen. Nach Behandlung und Fütterungsregulierung wurden diese Hunde schnell wieder klinisch unauffällig.

Mehrere Hunde werden jetzt über 4 Jahre beobachtet, ohne dass es ernsthafte Rückfälle gegeben hat.
Wünschenswert wäre, wenn es ein industrielles Fertigfutter mit einem definierten Minimal-Eiweißgehalt geben würde, welches für diese Indikation empfohlen werden kann.
Seniorfutter reicht offensichtlich nicht aus.

Gute Erfahrungen wurden inzwischen mit einem Vegetarischen Alleinfuttermittel für Hunde gemacht.

Untersuchungsmethode:

Die Blutuntersuchung im Dunkelfeldmikroskop erfolgt im lebenden Blutstropfen bei 1000 facher Vergrößerung im Spezialmikroskop.
Bei einigen Hunden wurde parallel Harnsäure im Blut bestimmt.

z.B. Be.-Alex-DSH- 9 Jahre- wechselnde Lahmheit mit Schmerzen, Nachhandschwäche : Harnsäure im Blut : 75 mikromol/l ( Ref.0-60).

Be-Conny-3 J.-DSH-Inappetenz, Schmerzen beim Fressen, Harns. im Blut 79,9 Be-Chris- 4 J.-DSH-Fellwechselprobleme, sehr sportlicher Hund, Harns. 67,6.





Hautgicht

Bei diesen Hunden mit Dermatitiden mit Juckreiz, Hautrötung, hot spot oder nicht parasitärer Hauterkrankungen wurden im Dunkelfeldblutbild Uratkristalle festgestellt.
Die Therapie gestaltet sich analog der o.g.Umstimmung des inneren Milieus, ausleitende homotoxikologische und homöopathische Behandlung, isopathische Therapie, Fütterungsregulierung, eiweißarme Kost.

Alle Hunde mit solchen Hauterscheinungen wurden binnen weniger Tage besser.
Eine weitere Behandlung erfolgte nach einem Behandlungsprotokoll 1 x wöchentlich.
Diese Tiere sind bei Einhaltung einer restriktiven Eiweißfütterung klinisch nicht wieder auffällig geworden.

Einige dunkelfeldmikroskopische Bilder mit den typischen Veränderungen sehen in Form von Verformungen der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Kristallisationformen.