Hypersexualität einer Katze

Hypersexuelles Verhalten bei einer kastrierten Katze


Die vorgestellte Patientin war eine schwarz-weiße Katze, EKH, 3 Jahre alt, wk. Der Grund der Vorstellung in der Praxis war ein auffälligen hypersexuelles Benehmen des Tieres mit Anzeichen einer Dauerrolligkeit.

Anamnese

Die Kastration war im Alter von einem Jahr in der eigenen Praxis mittels Ovarektomie durchgeführt worden. Die Katze hatte einen schlanken Körperbau und zeigte sich in ihrem Verhalten verspielt, aber ausgesprochen eigensinnig und selbstbewusst.

Sie hatte bei einer Studentin gelebt und war mit dieser häufig am Wochenende verreist, lebte sonst aber nur in der Wohnung. Wegen Auslandsaufenthalt der Besitzerin war sie vor einigen Monaten zu einer jungen Familie in einer anderen Stadt gekommen, wo sie Freigang hatte und sich gut einlebte. Der Freigang war wegen Klagen von Mitbewohnern im Haus aber vor einigen Wochen massiv eingeschränkt worden.

Seit einiger Zeit, etwa 2-3 Wochen nach der Beschränkung des Freigangs, war die Katze verhaltensauffällig und zeigte massive Rolligkeitssymptome. Sie belästigte den Besitzer, ließ sich vor der Besitzerin umfallen, miaute anhaltend, zeigte ständig große Unruhe, beim Anfassen war sie agressiv-verspielt. Wenn sie ausgeschimpft wurde, legte sie sich sofort auf den Rücken. Bei geöffneter Verandatür rannte die Katze aus der Tür, bot sich mit hocherhobenem Schwanz an und drehte sich vor den ständig vor dem Haus wartenden Katern. Sobald ein Kater sie besteigen wollte, biss sie um sich und rannte wieder zur Tür hinein. Nach Aussage der Halterin gebärdete sie sich
„wie irre“. Dieser Zustand dauerte bereits cirda 8 Wochen.

Homöopathische Aufarbeitung und Behandlung

Bei der homöopathischen Bearbeitung zeigten sich bei der Repertorisation mehrere Symptome der Katze bei dem Mittel Platinum in einer hohen Wertigkeit (Synthesis 9):
• hochmütig, arrogant: 3-wertig
• vermehrt sexuelles Verlangen: 3-wertig
• Koitus schmerzhaft: 3-wertig
• Empfindlichkeit Vagina: 3-wertig

Zur Therapie wurde 1 ml Platinum metallicum-Injeel s.c. gegeben.

Verlauf

36 Stunden nach der Injektion zeigte die Katze ein völlig normales Verhalten.
Sie zeigte keine hypersexuellen Auffälligkeiten mehr, war in einem für Katzen üblichen Grad verschmust und auch wieder verspielt. Ab diesem Zeitpunkt saßen
auch keine Kater mehr vor der Tür. Seit dieser homöopathischen Behandlung
hat die Katze bis heute keine sexuellen Auffälligkeiten mehr entwickelt. Sie ist
jetzt etwa 8 Jahre alt, ist altersgemäß etwas ruhiger geworden und lebt bei einem
älteren Ehepaar, hat aber ihre auf Dominanz zielende Eigenart behalten.

Homöopathische Beschreibung von Platinum

Für das Bild von Platin werden Wirkungsrichtungen auf Nervensystem,
Verhaltenssymptomatik und Geschlechtsorgane als typisch angegeben. Typisch
ist eine hochgradige Erregbarkeit, kleinste Veränderungen können Zornesausbrüche auslösen.
Starke Tendenz zur Dominanz bis hin zur Arroganz.
Hypersexuelles Verhalten, ebenfalls mit großer Erregung, aber empfindlich und sogar schmerzhaft bei bloßer Berührung der Genitalien. Auslösende Ursache für eine Platin-Symptomatik ist Kummer, der auch weiter zurückliegen kann.